Schweinehund überwinden – aber wie?

Ich bin nicht der Typ, der Dinge aufschiebt…

Müsste ich mich selber beschreiben, dann würde ich nicht behaupten, dass ich Dinge aufschiebe. Ganz im Gegenteil. Ich bin ein Anpacker. Lieber sofort die Dinge machen, dann habe ich es hinter mir (falls es mir nicht soviel Spass macht) oder ich genieße es gleich (weil es mir sehr viel Freude bereitet).

Aufschieben ist nicht meins. Ich bin auch diszipliniert. Was mich aber wirklich ärgert. Ich bin absolut ein Sportmuffel. Ja schlimmer geht es gar nicht. Immer und immer wieder ploppt dieses Thema in meinem Kopf auf. Und das heisst für mich: du musst dich damit auseinander setzten.

Dinge die mir immer wieder vor die Füsse geworfen werden müssen angepackt werden.

Ich bin überzeugt davon, dass Dinge die gut für einen sind zu einem kommen. Aus tiefster Überzeugung. Und ich bin auch genauso überzeugt, dass Dinge die man irgendwie lösen muss, auch immer wieder ins Bewusstsein kommen.

Bei mir ist das das Thema Gesundheit und Sport.

Ich weiss es ganz tief in meinem Inneren (weil es so oft ins Bewusstsein kommt), dass ich was machen muss. Ich habe viele Jahre (in meiner Jugend) sehr viel Sport gemacht: Geräteturnen, Leichtathletik, Ballet, Tennis,… und bei einigen Sportarten war ich sogar sehr erfolgreich. Das hieß viele Wochentage Training und viele Wettkämpfe. War super damals. Ich liebte Sport und habe sogar neulich in einem Freundebuch gesehen, dass ich reingeschrieben habe Berufswunsch: Astronaut oder Leistungssportler.

Heute zwickt es hier und da und ich weiß, dass ist nicht gut auf Dauer. Muskeln und starke Knochen – sind wichtig. Aber Muskeln hab ich gefühlt keine und ob alles mit meinen Knochen in Ordnung ist? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß von meiner Mutter wie wichtig es ist. So oft schmerzt der Rücken oder der Nacken ist verspannt. Da ein eingeklemmter Nerv und jetzt ist es soweit. Es nervt. Ich will das nicht mehr.

Aber was ist passiert? Warum mag ich Sport nicht mehr?

Und dann ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen. Weil ich nicht gut darin bin. Weil ich mich an Erfolge messe, die ich bestimmt nicht mehr erreichen kann. Es fühlt sich wie ein Versagen an. Kein schönes Gefühl und deswegen negativ!

Weil mein Körper nicht mehr 15, 16, 17 oder 18 ist. Und glaubt mir, dass weiß ich aus dem Leistungssport. Die Zahl auf der Waage hat nichts mit Gesundheit, Fitness und Kondition zu tun. Daher weiß ich noch nicht mal wie schwer ich bin. Aber ich weiß, dass ich keine 400 Meter rennen kann ohne fast in die Notaufnahme zu müssen. Wiederbelebung nach 400 m Joggen – lach ich sehe die Schlagzeile vor mir.

Ich kann weil ich will

Schweinehund überwinden

Meinen Schweinehund überwinden? Wie soll das gehen? Ich ändere meine Einstellung.

Erinnerungen und Erfahrungen prägen meine Handlungen. Und was ist passiert, mit mir und dem Sport. Ich kann nicht auf meine “Erfolge” anknüpfen und daher vermeide ich das. Es passt einfach nicht zusammen. Die sportliche Frau, die viel trainieren konnte und der Couchpotatoe der jetzt so unsportlich ist.

Wie muss ich es angehen? (und jetzt schreibe ich meine Gedanken zu mir persönlich auf.. bei euch ist es vielleicht gleich oder anders.. .aber ich habe glaube ich einen Weg gefunden, und deswegen möchte ich den mit euch teilen)

Meine Bestandsaufnahme:

ich bin von der Kondition und von meinen Muskeln in einem sehr schlechten Zustand. Punkt! Da gibt es nichts schön zu reden.

Ich muss ganz ganz ganz unten anfangen. Vergangenheit ist Vergangenheit. First steps. Scheinehund überwinden in ganz ganz kleinen Schritten.

Ich brauche Erfolgserlebnisse: ich werde meinen Schweinehund überwinden und zwar :

  • beim Durchhalten – dran bleiben nicht aufgeben – daher mini Schritte
  • ich muss was durchstreichen können – eine Liste muss her oder Dokumentation.
  • ich brauche feste Zeiten – ohne Kompromisse diese auch einzuhalten muss realistisch sein – d.h. richtige Uhrzeit – richtiger Ort
  • ich muss meine Schwächen kennen um sie zu überwinden
  • und ein Mantra: ich kann weil ich will.
  • ich brauche eine Vision – wo will ich hin. Realistische Visualisation. Auf welches Ziel arbeite ich hin?

Mein Schweinehund überwinden? Ja – gehe ich jetzt an. Und zwar ändere ich mein “Sportbild” von mir. Ich darf meine Mini Schritte ab sofort nicht mehr mit früheren Standards vergleichen. Keine Vergleiche mehr. Kein negatives Gefühl mehr, nicht gut zu sein.

Ich fange bei null an. 5 Minuten mehr nicht! Für die ersten 1-2 Wochen.

Ich erstelle mir gerade einen Plan mit Empfehlungen von euch. Was kann ich machen um einfach mal anzufangen. Ohne Anstrengung – einfach mal in eine Routine zu kommen. Ohne Mördermuskelkater – positives Gefühl muss erstmal her und dann schaue ich mal wie ich erhöhen kann.

Also falls jemand Tipps hat, nicht zu anstrengend, dann her damit. Ich werde ganz klein und bescheiden anfangen. Ein paar leichte Yoga Übungen, ein straffer Spaziergang, ein paar Kniebeugen. Bis sich das so anfühlt, dass es Spaß macht und mir mehr Freude bringt, als Anstrengung.

Wollt ihr mehr von meinem Weg lesen? Dann berichte ich gerne über meine Erfolge und Misserfolge hier alle paar Wochen. Ich gehe es jetzt an. Keine Ausreden mehr.

Herzliche Grüße

Emma

 

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Comments

  1. Mir geht es ganz genauso: Früher hat mir Bewegung und Sport – jedenfalls das Tanzen – wirklich Spaß gemacht, ich habe lange und viel Ballett getanzt. Jetzt drängt das Thema, aber so richtig vom Fleck komme ich nicht. Ich habe aber, als im Herbst die Rückenschmerzen zu stark wurden, die Youtube-Videos von Mady Morrison entdeckt – so gut! Schönes, handfestes, machbares Yoga, gut erklärt, angenehme Stimme, kein Firlefanz, Sequenzen über wenige Minuten bis hin zu 45 Minuten, also immer genau wie ich es brauchen kann. Ich möchte das gerne mehr machen, weil ich schon nach 10 Minuten ihrer Übungen merke, daß es mir gut tut, und ich zum ersten Mal immer wieder damit auf Rückenschmerzen antworte, statt nur Schmerzöl aufzutragen…

    • genauso geht es mir… ich habe seit 2 Jahren so schlimme Rückenbeschwerden. Und das liegt wirklich an meiner nicht vorhandenen Bewegung und Muskeln.. .schlimm. Jetzt habe ich gefühlt wöchentlich irgend ein Zipperlein. Nerv eingeklemmt, verspannt usw. das kann nicht mehr so weiter gehen. Und jedes Mal ploppt der Gedanke: Sport würde helfen. Deswegen gehe ich es an. Es ist sozusagen 5 nach 12 bei mir… :(

  2. Mir hat am besten geholfen, einen Termin im Kalender einzutragen. Regelmäßig 3x die woche. Es klappt nicht immer aber mindestens einmal geht immer. Das durchstreichen, weil ich es geschafft habe ist ein gutes Gefühl. Viel Glück beim durchhalten

  3. Liebe Emma,
    was auch wichtig ist, ist ein Sport, der dir Spaß macht. Vielleicht noch mit jemandem zusammen, der dich ab und zu motiviert. Ich tanze leidenschaftlich gern beim Zumba, mache Step Aerobic und Piloxing. (Und das, obwohl ich in keinster Weise sportlich aussehe.) Obwohl ich genau weiß, dass es auf Dauer nichts für meine Bandscheibenprobleme ist. Aber ich bin eben kein Yoga-Typ. Mir nützt es gar nichts, wenn ich mich drei Wochen hinschleife, voller Unlust, und dann entnervt aufgebe. Dann lieber mit Spaß (aber natürlich auf den Körper hören). Wenn ich Einzelgänger bin, brauche ich auch keinen Mannschaftssport.
    Und ich persönlich schwöre auf Vereine, ich bin kein großer Fan von Fitnessstudios. Liegt aber daran, dass ich ins Fitnessstudio doch ein ganzes Stück mit dem Auto fahren müsste, zum Verein kann ich das Fahrrad nehmen.
    Ich wünsche dir viel Spaß beim Sport. Ich kann es nur empfehlen, die Glückshormone sind durch nichts zu ersetzen. :)
    Liebe Grüße, Kathrin

    • ja ich glaube auch, dass Sport einfach Spass machen muss. Also positives bewirkt. Das Hinfahren ist für mich schon wieder ein Nogo. Ich glaube ich bin auch lieber alleine als unter 30 anderen..aber das muss ich mal austesten… Vereinssport kenne ich gut… 12 Jahre Leistungssport ;))

  4. Liebe Emma,
    toller Beitrag man merkt das du dich wirklich damit beschäftigt hast und jetzt einfach der Startschuss fallen muss. Vielleicht hilft es dir einfach mal das Radio lauter zu drehen und zu tanzen, das ist eine schöne Aufwärmübung und du lockerst Verspannungen. Ausserdem ist es gut für die Kondition. Grad wenn man wieder ganz neu anfängt ist man schnell aus der Puste. Das kann man jeden Tag machen und es macht Spaß. Ganz viel Erfolg wünsche ich dir.

    Liebe Grüße Silke

  5. Ich habe damals mit einer Spazier-Joggen-im Wechsel-CD begonnen, die Länge kontinuierlich gesteigert und,… heute geht ohne joggen gar nichts mehr und zwar ohne Musik. Obwohlich mir joggen niemals vorstellen könnte. 😉Viel Erfolg und etwas Geduld mit Dir👍

  6. Hallo Emma!

    Ich kann allen hier nur zustimmen: der Sport, den du schlussendlich machst, muss zu dir passen. Ich persönlich habe z.B. mehrfach “versucht, zu joggen”. An der Formulierung sieht man schon: ist nix draus geworden. Und das lag nicht nur an mangelnder Kondition, sondern vor allem daran, dass es mir so überhaupt keinen Spaß macht. Ich gehe gern spazieren und das auch recht flott, ich wandere auch gern, also Anstrengung ist kein Thema. Aber Joggen… nichts für mich!

    Was ich zuerst nicht gedacht hätte ist, dass mir Yoga so viel Spaß macht. Der körperliche Teil, nicht so wirklich der spirituelle. Ich finde es auch toll, dass Yoga so variabel ist. Von relativ einfachen Übungen, bei denen die Positionen gehalten werden (und du trotzdem am nächsten Tag merkst, dass du was gemacht hast), bis hin zu Flows, bei denen man ordentlich ins Schwitzen gerät, ist alles möglich. Und selbst dann gibt es immer noch viele Möglichkeiten, den Schwierigkeitsgrad auf den eigenen Körper und Fitnessgrad anzupassen.
    Aber es muss dir halt Spaß machen, sonst nützt es auch nichts, dass du etwas auf deiner Liste abstreichen kannst, dann verlierst du – wie du schon beschrieben hast – nach einiger Zeit die Lust.

    Falls du Interesse an Yoga hast, kann ich ebenfalls Mady Morrison empfehlen (You Tube). Für zu Hause ist das perfekt und sie bietet nicht nur verschieden lange Übungen an, sondern auch konkret für bestimmte Bedürfnisse (Rücken/Nacken ist auch dabei). Allerdings würde ich schon auch empfehlen, falls du noch nie Yoga gemacht hast, das in einem Yogastudio auszuprobieren. Denn mal davon abgesehen, dass man sonst vielleicht gar nicht weiß, welche Haltung man einnehmen soll, ist es schon immens wichtig, dass die Haltung dann auch richtig ist, und das kann ein Lehrer vor Ort eben doch besser korrigieren, als der eigene Blick.

    So oder so, was auch immer du auswählst: Die kleinen Schritte sind der richtige Weg, davon bin ich überzeugt. Ich selbst schaffe es jetzt auch seit einigen Monaten, wenigstens jeden Tag so 5-10 Minuten zu investieren (außer bei Krankheit). Und es fühlt sich gut an, wenn man sich sagen kann “Besser wenig als gar nichts.”! :-)

    Viel Erfolg also und wenn du magst, berichte sehr gern. Das ist ja dann auch inspirierend/motivierend für uns!
    Liebe Grüße, Annelen.

    • Liebe Annelen, danke für deine tollen und ausführlichen Kommentar. Mein Ziel sind momentan auch 5-10 min. Wobei ich bei den Kniebeugen schon fast reanimiert werden musste.. Gott ist das anstrengend. Yoga hab ich schon mal gemacht (auch im Studio – meine Tochter geht schon seit 2 Jahren zum Teenager Yoga). Fand ich jetzt aber solala… vielleicht hatte ich Pech… es gab viele Partner Übungen was ich eher unangenehm fand. Aber die Videos von Mady kenn ich.. schaffe aber nur die ganz einfachen… ich hatte mal eins..da musste ich echt aufgeben.. manche Positionen kann ich nicht halten. Zu eingerostet.. ich glaube auch steter und langsamer Tropfen und viel Freude und Spass … könnte evtl. zum Erfolg führen..

      • Liebe Emma,
        Genau das, steter Tropfen und Freude. :-D
        Mir fällt gerade noch etwas ein: fährst du gern Fahrrad? Das könntest du nämlich mit deinem Hobby Fotografieren verbinden und einfach mal das Fahrrad nehmen und 10 Minuten irgendwohin fahren, um zu fotografieren. Und dann wieder 10 Minuten zurück, da hast du dann gleich 20 Minuten Sport gemacht (dich bewegt) und durch die Pause zwischendurch, die du mit einem geliebten Hobby füllst, fällt es dir nicht mal auf! :-D
        Bis bald, Annelen.

  7. Liebe Emma,
    ich musste jetzt kurz grinsen – hatte ich doch das Gefühl, dass Du mich beschreibst ohne mich zu kennen.
    Ich werde dieses Jahr 51, habe drei Kinder, ein Haus mit großem Garten, viele Hobbies – wo soll da noch Platz sein für ungeliebten Sport? Als junges Mädchen habe ich doch so gerne Sport gemacht! Geräte turnen, Boden turnen, Jazz tanzen, Gardetanz…ohne Sport ging gar nichts! Das war unser Treffpunkt!
    Und heute?? Allein der Gedanke an ein Fitness-Studio lässt mich gruseln ;-) Immerhin habe ich es letztes Jahr versucht, habe brav einen Vertrag unterschrieben und bin auch ungefähr 20x hingegangen – unter Zwang, weil hohe Beiträge und null Spaßfaktor! Auch diese ganzen Kurse habe ich getestet – Rehasport z.B. mit lauter “alten” Leuten, die aber doppelt so fit waren wie ich….

    Ich bin mir ja auch bewusst, dass man durch Sport so viel für seine Gesundheit tun kann. Der Wille ist bestimmt auch irgendwo vorhanden, aber es fällt mir doch sehr schwer. Ich habe jetzt einfach mal angefangen, jeden Tag um unseren kleinen See spazieren zu gehen. Erst eine Runde, dann zwei…mittlerweile laufe ich acht Runden! Ich bin draußen, ich tu etwas und ich glaube, das reicht mir vorerst an “Sport”. Ich mag mich zu nichts mehr zwingen!

    Ich drücke Dir die Daumen, dass Du für Dich das richtige Programm findest!
    Herzliche Grüße
    Connie

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