Mach es dir doch einfach und … – oft gehört …

Mach es dir doch einfach … wie oft habe ich das schon gehört…

Mach es dir doch einfach und nimm...wie oft bekommt man Ratschläge?

Kennt ihr bestimmt, oder? Ihr unterhalten euch mit jemanden, erzählt, dass es gerade ein bisschen hektisch zu geht und schon kommen lieb gemeinte Ratschläge die meistens damit beginnen: Mach es dir doch einfach und…

  • hol Dir Hilfe im Haushalt z.B.eine Putzperle
  • stelle jemanden ein im Büro z.B.neue Mitarbeiter
  • kaufe dir die oder jene Dienstleistung z.B. einen Grafiker – statt alles selber zu machen und das nicht mal richtig gut
  • nimm das und jenes Programm für die Buchhaltung
  • lass dir doch Essen liefern…
  • denke über eine andere Struktur nach
  • Optimiere Arbeitsabläufe
  • lass doch die anderen auch mal ..
  • unendlich könnte die Liste so weitergehen.

Die Grenze zwischen lieb gemeinten Hilfen und Ratschlägen, die man überhaupt nicht wollte, ist relativ schmal. Ja wenn man irgendwie darüber redet, fühlt der andere gegenüber meist in der “ Pflicht“ einen zu helfen. Weil meistens schätzen sie einen ja und wollen einem was Guten tun. Verstehe ich total.

Ich spüre bei einigen schon, dass sie sich gar nicht über Dinge „beschweren“ trauen, weil man sofort Optimierungsratschläge bekommt. Dabei wollte man es einfach nur mal loswerden. Das es einfach gerade hektisch ist.

Auf der anderen Seite gibt es bestimmt Menschen die sich wirklich freuen, Hilfe oder Ratschläge zu bekommen.

Und ja auch ich habe schon Sätze mit : Mach es dir doch einfach und… angefangen. Bestimmt hat mal die ein oder andere das auch mal je nach Tagesform in den richtigen oder falschen Hals bekommen. Davon abgesehen ich habe den Eindruck, dass wenn man das oder jenes öffentlich sagt, sofort erstmal eine Belehrung bekommt:

  • du kannst es dir doch leisten… so gut haben es nicht viele – (da schwingt doch was anderes mit, oder? )
  • das ist aber von der und der Firma die sind aber gar nicht gut wie kann man nur… (man ist immer schwierig, oder? )
  • puhhh soviel Mitteilungsbedürfnis manchmal von anderen.

Als ich neulich von einer lieben Dame eine Tafel Schokolade geschenkt bekommen habe ( stellt euch vor von Nestle) da hat doch glatt jemand die Nase „gerümpft“ wie man überhaupt Nestle kaufen und verschenken könne. Boah da kochte es schon innerlich in mir. Denn für diese Generation ist das was ganz Besonderes gewesen. Die gute Schokolade war das. Puhhh. Ich hätte mich nicht getraut, diese Schokolade abzulehnen, weil ein böser Konzern dahinter steckt. Denn ich bin mir sicher, dass diese Damen die Ausmaße der Konzerntätigkeit gar nicht kennt.

Wer sind wir, dass wir über manche Dinge urteilen können?

In dieser Situation fand ich es einfach unangemessen, dass jemand so abwertend schaut oder sich so ansehen lässt, was es davon hält. Denn auch ohne Worte spricht man manchmal Bände. Ich habe mich sogar ein bisschen dafür geschämt. Denn wir standen ja alle zusammen. Es war einfach ein kleines Dankeschön für Nachbarschaftshilfe. Einfach nur lieb gemeint.

Es sind so komische Zeiten. Einerseits will man überall seinen Senf dazu geben, auf der anderen Seite weiß man nicht wann man sich einfach mal zurück nehmen sollte. Ach was für ein Dilemma.

Vielleicht sind wir doch alle zu unterschiedlich. Denn ich freue mich sehr, wenn ich gut gemeinte Ratschläge bekomme, aber ich mache es meinen Gegenüber auch einfach. Denn wenn ich mich gerade vielleicht über etwas „beschwere“ dann kommt von mir automatisch auch eine Aufforderung ob man nicht ein Tipp wüsste.

Finde ich nämlich ganz gut. Das GO vom gegenüber zu haben und dann loslegen zu können. Denn ehrlich gesagt, habe ich im Laufe meines Lebens schon echt einige Fehler gemacht und daraus gelernt. Prozesse optimiert, Abkürzungen gefunden, Methoden die bei mir Funktionieren. Ich teile gerne.

Der beste Tipp denn ich je gegeben habe?

Frägt man meine Freundinnen, dann war es definitiv meine Putzperle weiter zu empfehlen und ihnen ihre Nummer zu geben. Was für ein 6er im Lotto damals. Ruckzuck war sie über beide Ohren ausgebucht. Leider hat sie aufgehört aber auch einem wundervollen Grund … sie wurde schwanger und ich habe mich damals sehr für sie gefreut. Auch wenn ich damals hin und her überlegt habe, ob diese „Investition“ wirklich sein muss, habe ich zum Beispiel dadurch eine unglaubliche Entlastung im Alltag gehabt.

Sie hatte ein Gewerbe angemeldet, sprach ganz ordentlich deutsch, war sehr fleissig, sehr lieb und doch hatte jemand gleich mal was illegales vermutet. Die Ausländer und so,,, ne! die macht das doch schwarz. Ach Gottle. Warum immer so was gleich raushauen. Die wissen doch nichts von ihr. Also das Finanzamt hat meine Rechnungen akzeptiert ;) Scheint wohl Hand und Fuss gehabt zu haben *lach*.

Davon abgesehen: Seit wann juckt mich woher jemand kommt. Einzig und alleine seine Werte, sein Benehmen und sein Herz interessieren mich.

Weitere gute Tipps die für mich funktioniert haben?

Definitiv: höre auf deine Intuition und dein Bauchgefühl. Denn keiner von außen weiß, was für dich gut ist. Für die einen ist eine Putzperle ein 6er im Lotto andere stresst das und sie fühlen sich damit gar nicht wohl.

Wir sind alle so unterschiedlich und tatsächlich freue ich mich immer sehr, über Tipps meiner Freundinnen aber am Ende ist es doch immer meine Intuition die dann mir sagt, dass fühlt sich richtig an oder gar nicht gut.

Mach es dir doch einfach und höre auf dich… das war ein guter Tipp. Um nicht zu sagen einer der Besten. Dafür danke ich einer sehr lieben Freundin von Herzen.

Und wie macht ihr es euch einfach? Oder regen euch die ungefragten Ratschläge auf? Ich frage ja immer und gerne nach Tipps und Hilfen, daher bin ich relativ offen für Impulse von außen und schaue dann immer, wie ich in Resonanz damit gehe.

Aber jeder Mensch ist anders und das ist doch auch gut so.

Herzliche Grüße von Emma

Kommentare

  1. Moni meint

    Ich kann mich nur wiederholen, es ist so schön, wie Du so oft genau das schreibst, was ich denke! Für Impulse, Tipps und Tricks bin ich immer offen, jedoch macht der Ton die Musik. Wirkt es wie aufdiktiert oder als Imperativ formuliert, dann verliere ich auch direkt die Lust.

    • emma meint

      ja finde ich auch… so ungefragt und belehrend finde ich immer schwierig. Und dann kommt noch hinzu wie nah die Person einem ist und wie gut sie einen kennt und fühlt. Da darf es dann auch mal ne gedankliche „Watschen“ sein – was ich mir von Fremden nicht anhören würde…

  2. Ani Lorak meint

    Hm ich neige auch dazu zu kommentieren. Halte mich aber zurück bei Bekannten, wenn es nichtcals Frage kam. Ich finde, es kommt auf den Kontext, den Ton und auch das Gegenüber an….
    Ja, das ist Übergriffe die Situation, welche Du schilderst. Geht gar nicht. Ich bemühe mich nachhaltig zu handeln, aber ich findeyauchvschlimm, wenn Schritte nicht gewürdigt sondern nur gesagt wird, was nicht gut ist. Schrecklich.

    • emma meint

      ja ich finde der Pfad ist manchmal echt schmal.Aber im Grunde finde ich es schön ,wenn man von Erfahrungen anderer profitieren kann. Aber nicht jeder mag das halt annehmen… und wie immer ist es halt doch die Situation ganz individuell wie es rüber kommt <3

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