Homeoffice und Homeschooling – wie passt das?

Homeoffice und Homeschooling – wie passt das zusammen?

Homeoffice und Homeschooling wie passt das zusammen an einem Ort

Ich muss so oft in letzter Zeit daran denken, wie wir uns bewusst entschieden haben, unser Haus nicht komplett zu verkabeln und der Elektriker war damals schon so geschockt, dass wir keine TV und co. Anschlüsse überall haben wollten. Tja und ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr so genau, wie lange ich im Dach jetzt schon eine kleine Ecke mit Schreibtisch habe, die ich als Büro nutze. Und wie cool das wäre, wenn überall eine LAN Büchse wäre. Egal damals hätte ja keiner geahnt, dass man mal soviel Zeit zu Hause verbringt und dass auch noch zusammen.

Davon abgesehen, dass unsere Bandbreite hier nicht wirklich gut ist. Teile ich mir nun schon seit einigen Monaten mein Büro mit dem jüngsten Sohn hier im Haus. Das WLAN reicht nicht bis in sein Zimmer und damit er in Ruhe aber teilnehmen kann an den vielen Zoom Sessions, habe ich netterweise mein Eck zur Verfügung gestellt. Ich weiche dann vormittags ins Wohnzimmer aus bzw. setze mich an den Esstisch.

Kompromisse überall..

Unsere Situation: 3 Kinder vormittags im Homeschooling mit gefühlt ununterbrochenen Zoom Sessions. Ich ihm Homeoffice ständig auf den Slot wartend, wann ich kurz das und jenes bei mir im Büro nachschauen, ausdrucken oder machen kann. Denn wie es so ist, irgendwas fehlt immer.

Dazwischen Krisen wie – unser Internet ist voll *…* – wir haben kein Internet… hilllffeee… Wo ist das und jenes? Hast Du mir das schon ausgedruckt und und und. Puh. Es ist echt viel zu organisieren und das hier an meinem Platz die Homeschooling Unterlagen weggeräumt werden, dass habe ich schon ad acta gelegt. Wird so schnell nicht passieren.  Also arrangiere ich mich wie alle anderen hier im Haus.

Unsere Geduld und unser Organisationstalent wird hier auf die Probe gestellt. Davon abgesehen, dass die ganze Situation schon ziemlich heftig für alle Menschen ist. Immer wieder kommen mir Gedanken, was machen denn die Kinder, die nicht so einen Luxus haben, mit eigenen PC, eigenen Arbeitsplatz. Eltern und Geschwister die unter Umständen unterstützen können und auch noch für einen strukturierten Alltag sorgen.

Homeoffice und Homeschooling zur gleichen Zeit am gleichen Ort?

Klappt bestimmt mit älteren Kinder unter Umständen auch einfacher. Ich mag mir nicht vorstellen, wenn hier noch Kleinkinder um mich herum wären. Wie schafft man das? Wahre Helden die das auf die Reihe bekommen.

Ich gebe zu ich bin mir meiner Arbeit, dem Homeschooling, Haushalt mehr als ausgelastet. In Ruhe konzentriert an einer Sache sein. Utopisch. So viele Unterbrechungen. So viele Dinge die drumherum organisiert werden muss. Eine ganz andere Art zu Leben und zu Arbeiten. Für immer? Hoffentlich nicht. Gefühlt bin ich den ganzen Tag beschäftigt. Ich brauche unheimlich lange sowieso gerade für alles. Corona sei Dank – ey diese Spätfolgen..ich könnte in die Tischkante manchmal beißen.

Alle im Haus bedeutet auch eine andere Logistik. Mehr Einkaufen als früher , mittags Essen zubereiten, von einem Platz zum anderen ausweichen. Ständig leise zu sein, da überall gerade das Mikrofon gefühlt an ist.

Was ich total ungerecht finde, nur weil ich im Homeoffice bin, heisst dass doch nicht, dass ich immer und überall verfügbar bin. Eine klare Abgrenzung klappt vielleicht in der Familie. Andere denken…ja sie ist ja eh zu Hause kann ich ja da mal anrufen und und und. Zeitfresser ohne Ende.

Ja und auch mir fehlen mir so langsam die Kontakte (also so von Mensch zu Mensch) von den Kindern ganz abgesehen. Man merkt schon, dass diese Zeiten an ihnen nagen.

Für mich ganz klares Fazit: Homeoffice und Homeschooling parallel für kurze Zeit – absehbarer Zeitpunkt. Schaffe ich. Auf Dauer – für immer? neeee wirklich nicht! Dazu brauchen wir zumindest andere Strukturen – anderes Equipment. Andere Verantwortlichkeiten. Hoffentlich hat das alles bald mal ein Ende. Erst heute habe ich von jemanden gehört. So ne Pandemie dauert 3 Jahre. Somit hätten wir jetzt die Hälfte der Zeit rum. Puhhh!

Nachdenkliche Grüße von Emma

Kommentare

  1. Izabella meint

    Mein Sohn ist auch neben mich an den Schreibtisch gezogen. Nebenbei „arbeite“ ich. Wir haben uns Anfang letzter Woche gestritten und er hat sich für den ganzen Vormittag in sein Zimmer zurückgezogen und dort gelernt. An dem Tag war ich mit den Sachen um 11 Uhr fertig, für die ich zur Zeit bis 15 Uhr brauche…
    Nunja, nächste Woche darf er angeblich wieder an zwei Tagen zur Schule und die Kleine in den Kindergarten. Ich werde wieder so einen Arbeits-Flash bekommen, wie zu der Zeit, als beide Kinder den ganzen Vormittag in KiGa waren!
    Ich wünsche euch gutes Durchhaltevermögen!
    Viele Grüße, Izabella

    • emma meint

      Wir haben hier zum Glück ja auch alle Platz und es geht uns eh im Vergleich zu anderen gut. Aber ungestört durcharbeiten. Daran kann ich mich nicht erinnern. Es wäre ja im Büro ja auch nicht anders. Da kommt das Gespräch dazwischen oder eine Rückfrage. Aber das Rücksichtnehmen auf alle Bedürfnisse finde ich momentan gerade echt schwierig. Und wenn es mal klingelt an der Tür…wer geht wohl aufmachen ? ich natürlich.. nur noch ein paar Wochen hoffe ich, dann ist es geschafft. Ich stehe übrigens mittlerweile noch früher auf um Dinge zu erledigen, die hohe Konzentration erfordern. So habe ich zumindest bis um 7 Uhr morgens 2 Stunden schon was gemacht.

  2. Zottellotte Sonja meint

    DANKE
    danke für deine Ehrlichkeit – genauso einen Artikel habe ich geschrieben …. und mich dann einfach nicht getraut hoczuladen. Ich weiß nicht, ob nicht doch mein Arbeitgeber mitliest. Ich habe es zwar versucht neutral zu halten, aber er gestattet mir noch nicht einmal Homeoffice und ich muss auf die Arbeit – jeden Tag für 5 tunden und 12 Minuten – plus Fahrtzeit.

    Vielleicht traue ich mich doch noch.

    LG und wir rocken das – Mamas können das, die gehen nicht dran grunde, sie wachsen
    Zottellotte Sonja

    • emma meint

      Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Arbeitgeber und er kennt die Situation und hat durchaus Verständnis. So sollten alle Arbeitgeber sich verhalten. Das man in der „normalen“ Arbeitszeit auf einmal alles schafft ist Utopisch und ginge auf Kosten aller, was bleibt zurück? Ein Scherbenhaufen. Das die Arbeit erledigt wird, steht ausser Frage, das muss man machen. Aber es ist halt auch nicht so, dass man 4 Stunden unterbrochen ohne Störungen voll konzentriert dran bleiben kann. Ich habe mich damit arrangiert, dass ich es einfach aufteile und immer wenn ich Ruhe hab, mich dran setzte. Gefühlt ist das dann über den ganzen Tag verteilt aber damit kann ich besser umgehen, als ständig von allen zu fordern, dass sie mich von 8-13 Uhr bitte nicht stören dürfen.

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